Kühlschrank transportieren: liegend oder stehend?

Ein normaler Kühlschrank passt stehend in kein Auto. Daher fragen sich viele beim Neukauf oder Wohnortwechsel: Darf man einen Kühlschrank liegend transportieren? Die kurze Antwort: Am besten transportieren Sie einen Kühlschrank immer stehend. Liegend nur im Notfall und dann seitlich und nicht auf dem Rücken und danach muss das Gerät vor dem Einschalten 12–24 Stunden stehen. Warum das so ist, auf welche Seite Sie den Kühlschrank legen dürfen, welche Wartezeiten wirklich gelten und wann Sie den Transport besser Profis überlassen, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Kühlschrank liegend transportieren: geht das?

Zwar geht ein Kühlschrank bei liegendem Transport nicht zwangsläufig kaputt, jedoch ist der liegende Kühlschranktransport die riskanteste Variante und sollte nur dann erfolgen, wenn es wirklich nicht anders geht.

Hersteller wie Liebherr, AEG und andere empfehlen den Transport nur im Stehen durchzuführen – Liebherr wegen möglicher Schäden an der Kompressoraufhängung (Liebherr-Checkliste) und AEG mit dem Hinweis, dass Transportschäden durch Nichtbeachtung der Anleitung nicht unter die Garantie fallen (AEG Support).

Wer die Wahl hat, transportiert seinen Kühlschrank daher immer stehend. Wer keine Wahl hat, sollte die folgenden Regeln kennen.

Warum ein Kühlschrank nicht liegend transportiert werden sollte

Der Grund für diese Transportregel sitzt im Kompressor. Er stellt das Herz des Kühlschranks dar und enthält Schmieröl. Solange das Gerät steht, befindet sich das Öl dort, wo es hingehört. Wird der Kühlschrank jedoch hingelegt oder stark gekippt, folgt das Öl der Schwerkraft und kann aus dem Kompressor in die feinen Röhrchen des Kühlkreislaufs laufen. Wenn Sie das Gerät dann wieder aufrecht hinstellen und einschalten, bevor das Öl vollständig in den Kompressor zurückgeflossen ist, kann der Motor trocken laufen und es kann im schlimmsten Fall zum Totalschaden des Kompressors führen.

Ein weiterer Grund betrifft die flexible Aufhängung des schweren Kompressors mit Lagerung auf speziellen Schwingungsdämpfern. Diese ist für den stehenden Betrieb gebaut und seitliche Belastungen durch Erschütterungen beim Transport können die Aufhängung abreißen.

Zusammengefasst: Nicht das Hinlegen und der liegende Transport zerstören einen Kühlschrank, sondern die Kombination aus verlaufenem Öl, Erschütterungen und einem zu frühen Neustart.

Auf welcher Seite darf ein Kühlschrank liegen?

Wenn Sie einen Kühlschrank liegend transportieren müssen, gilt eine Regel: Den Kühlschrank seitlich legen und niemals auf den Rücken und auch nicht auf die Vorderseite mit der Tür. Auf der Rückseite befinden sich der Kondensator in Form eines schwarzen Gitters und die empfindlichen Kältemittelleitungen.

Es hängt vom Modell ab, ob Sie Ihren Kühlschrank liegend besser auf der rechten oder linken Seite transportieren können. Prüfen Sie in der Bedienungsanleitung, auf welche Seite das Gerät gelegt werden soll.

Schräg liegend lagern
Zudem sollen Sie das Gerät möglichst schräg und nicht flach lagern, damit der Kompressor der tiefste Punkt bleibt und das Öl weitgehend bleibt, wo es sein soll.

Empfehlung gilt für alle Kühlschrank-Marken
Ob Bosch, Siemens, Samsung, LG oder Liebherr: Die Technik mit Kompressor, Öl und Kühlkreislauf ist bei allen Marken dieselbe. Die Grundregeln gelten für alle Modelle:

Auf dem Foto sind zwei Transport-Profis zu sehen, die einen Kühlschrank transportieren.

Wann muss der Transport zwingend stehend erfolgen?

Nicht das Alter, sondern Größe und Bauart entscheiden: Große und technisch komplexe Geräte reagieren besonders empfindlich auf Schräglage. Bei Side-by-Side-Kühlschränken, French-Door-Modellen und Geräten mit komplexen Twin-Cooling-Systemen verläuft das Rohrsystem so verwinkelt, dass Öl in fast jeder liegenden Position in den Kühlkreislauf laufen würde.

Bei Kühl-Gefrierkombinationen gelten dieselben Regeln wie beim Kühlschrank. Zusätzlich müssen Sie das Gerät vor dem Transport vollständig abtauen und trocknen lassen.

Darf man eher neue Kühlschränke liegend transportieren als alte?

Nein – eher im Gegenteil, aber aus anderen Gründen als oft behauptet. Am Alter allein festmachen lässt es sich nicht: Entscheidend sind Bauart und Risiko.

Beim Ölrückfluss sind moderne Geräte sogar meist toleranter – die alte 24-Stunden-Regel gilt für sie in der Regel nicht mehr. Mechanisch sind viele moderne Bauformen aber anspruchsvoller: Große Side-by-Side- und French-Door-Geräte sowie No-Frost-Modelle mit verwinkeltem Leitungssystem reagieren empfindlicher auf Schräglage, und einige Hersteller geben sie ausdrücklich nur für den stehenden Transport frei.

Hinzu kommt das finanzielle Risiko, das beim Neugerät am schwersten wiegt: Viele Hersteller schreiben für neue Geräte den stehenden Transport vor, und ein selbst verursachter Transportschaden ist kein Garantiefall. Bei einem alten Gerät ist das ärgerlich, bei einem teuren Neugerät ein kostspieliger Totalschaden. Im Zweifel entscheidet die Bedienungsanleitung Ihres Modells – nicht das Baujahr.

Kühlschrank stehend transportieren

Der stehende Kühlschranktransport bleibt der Königsweg. Die Variante für einen sicheren Transport:

Ein leichtes Kippen des Kühlschranks beim Tragen durch das Treppenhaus schadet dem Gerät nicht.

Wie lange mit dem Wiedereinschalten warten, nach Kühlschranktransport?

Nach dem Transport müssen Sie Ihren Kühlschrank eine Weile stehen lassen, bevor sie ihn einschalten, damit das Öl zurück in den Kompressor fließen kann. Früher galt: Einen Kühlschrank sollten Sie nach dem Transport 24 Stunden stehen lassen, bevor Sie ihn einschalten. Diese Regel gilt heute so pauschal nicht mehr. Tatsächlich entscheidet die Transportlage – ob der Kühlschrank stehend oder liegend transportiert wurde – darüber, wie lange Sie einen Kühlschrank nach dem Transport stehen lassen müssen.

Kühlschrank zu früh eingeschaltet?

Wenn Sie Ihren Kühlschrank nach dem Transport zu früh einschalten und Ihnen dann erst die Wartezeit einfällt, sollten Sie das Gerät sofort ausschalten und die empfohlene Ruhezeit abwarten.

Kühlschrank für den Transport vorbereiten

Eine gute Vorbereitung stellt den reibungslosen Kühlschranktransport sicher, so gehen Sie vor:

  1. Kühlschrank ausräumen und abschalten. Bei Modellen mit Gefrierfach am besten schon am Tag vor dem Transport, damit das Eis schmelzen und das Fach abtauen kann.
  2. Das Gerät reinigen und trocknen und die Tür bis zum Transport offen lassen.
  3. Glasböden, Schubladen und Fächer herausnehmen und separat transportieren.
  4. Die Tür und das Stromkabel fixieren, damit diese beim Tragen nicht stören.

Kühlschranktransport in der Praxis

Kühlschränke wiegen je nach Modell und Größe 40 bis über 100 kg, planen Sie daher für das Tragen mindestens zwei kräftige Personen ein, beim Transport über das Treppenhaus sogar besser drei. Wichtige Hilfsmittel sind dabei eine Sackkarre und Spanngurte.

Beim Auto angekommen gibt es dann nur die Möglichkeit, den Kühlschrank liegend zu transportieren, wenn er stehend nicht ins Auto passt. Prüfen Sie, ob das Gerät leicht Schräg angelehnt in den Kofferraum mit umgeklappter Rücksitzbank passt. Bei kleinen Modellen kann das möglich sein, bei großen reicht der Platz meist nicht aus.

Am Zielort wartet dann womöglich ein Berliner Altbau mit schmalen Fluren und engen Treppen. Wenn sich die Wohnung in einer höheren Lage befindet und kein ausreichend großer Fahrstuhl vorhanden ist, kann der Transport mit dem Möbellift erfolgen. Der Kühlschrank fährt dann stehend und gesichert außen am Gebäude nach oben.

Wann lohnt sich der Profi?

Wenn Sie Ihren Kühlschrank im Rahmen eines Wohnortwechsels mit weiterem Umzugsgut in Ihre neue Wohnung oder in Ihr Haus bringen möchten, können Sie natürlich auch alles von Profis transportieren lassen. Das lohnt sich vor allem bei hohen Etagen ohne Aufzug, engen Treppenhäusern, fehlenden Helfern und wenn kein passendes Fahrzeug für den stehenden Transport des Kühlschranks vorhanden ist. Die Transport- oder Umzugskosten hängen von Faktoren wie Etage, Weg und Menge des Umzugsguts ab.

Unser Umzugsunternehmen transportiert Kühlschränke und andere Großgeräte für Privat- und Firmenumzüge – stehend, gesichert und versichert. Kontaktieren Sie uns einfach für ein kostenloses Angebot.